Agenda 21: Weltweites Aktionsprogramm der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992, verabschiedete Weltstaatengemeinschaft einen Meilenstein in der Geschichte des Umweltschutzes.

Die Agenda 21 ist ein weltweites Aktionsprogramm, dass für nachhaltige Entwicklung auf internationaler, lokaler und regionaler Ebene steht und detaillierte Handlungsaufträge umfasst. Somit soll den drängendsten Problemen des 21. Jahrhunderts entgegengewirkt werden. Wachsende Armut, die Zunahme von Krankheiten, Analphabetentum und vor allem ökologische Aspekte, rücken vermehrt in den Vordergrund der Staatengemeinschaft. In insgesamt 40 Kapiteln werden in der Agenda 21 gesellschaftspolitische Grundziele formuliert, die auf drei Säulen basieren: sozial, ökologisch und ökonomisch.

Der Ausdruck eines globalen Konsenses

Mit der Agenda 21 verpflichtete sich die Weltstaatengemeinschaft zur Zusammenarbeit auf höchster Ebene in den Bereichen Entwicklung und Umwelt. Die Umsetzung ist aber nicht nur Aufgabe von Regierungen und Nationalstaaten, sondern soll durch lokale und regionale Initiativen unterstützt werden. Thematisch betrachtet steht die Agenda 21 auf einem Drei-Säulen-System. Diese Ebenen sind allerdings nicht getrennt voneinander zu betrachten, sondern sind ineinander verzahnt und als komplettes System zu verstehen.

Sozial: Auf der sozialen Ebene behandelt die Agenda 21 vor allem die Armutsbekämpfung in Entwicklungs- und Schwellenländern, die Zusammenarbeit internationaler Organisationen, Problemfelder der Gesundheitspolitik und die Veränderung der Konsumgewohnheiten.

Wirtschaft: Die wirtschaftliche Dimension umfasst Handlungsanweisungen zur Förderung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung, die Agrar- und Handelspolitik, ökonomische Entwicklung und den Umgang mit Abfallbeseitigung.

Umwelt: Die Umwelt-Ebene ist die ausführlichste Dimension im Leitbild der Vereinten Nationen. Sie umfasst Problemstellungen zum Schutz der Erdatmosphäre, Bekämpfung der Entwaldung und Desertifikation, die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft, den Schutz der Ozeane und den umweltgerechten Umgang mit radioaktiven Abfällen.

Die lokale Agenda 21 als Schnittstelle zum Bürger

Viele der Handlungsanweisungen innerhalb der Agenda 21, können nur direkt von Regierungen und Staatengemeinschaften, wie der Europäische Union, gelöst werden. In Kapitel 28 der Agenda 21 wird jedoch die Teilnahme und Mitarbeit der Kommunalverwaltungen hervorgehoben und bezieht somit Städte, Gemeinden und lokale Verwaltungen mit ein. Das Subsidiaritätsprinzip soll helfen, Aktivitäten und Lösungen auf die örtliche Ebene zu verlagern und dadurch Bürger zu sensibilisieren und besonders zu mobilisieren. Teilnehmende Gemeinden und Städte erstellten seit 1992 regional angepasste Strategien.

Mobilität: Der Bereich der Mobilität hängt eng mit nachhaltigem Flächenmanagement und Bauförderung zusammen. Gerade der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, bauliche Veränderungen zur vermehrten Nutzung von Fahrrädern und Verwendung von alternativen Treibstoffen, sind wichtige Punkte für viele Gemeinden und Kommunen.

Klimaschutz: Seit der Agenda 21 wurden vermehrt nachhaltige Klimaschutzkonzepte entwickelt. Diese umfassen neben Maßnahmenkatalogen zur Reduzierung von CO2-Emmissionen auch die Nutzung erneuerbarer Energien. Durch Photovoltaikanlagen, Wasser- und Blockheizkraftwerke, kann umweltschonend Energie gewonnen werden. Dies ermöglicht eine direkte Verwendung der Energie vor Ort.

Gesellschaftsentwicklung: Der demografische Wandel, Demokratievermittlung, Weltoffenheit und Inklusion sind Herausforderung, die deutsche Gemeinden und Kommunen bewältigen müssen. Deswegen wird besonders auf lokaler Ebene die Gesellschaftsentwicklung gefördert. Durch die Unterstützung von Nicht-Regierungsorganisationen, der Fokus auf die Weiterentwicklung von Bildungseinrichtungen und Initiativen zum demografischen Wandel, erzielen lokale Akteure erste Fortschritte.